Jahresbericht 2010 mit Arbeitsweise des GIZ**********Jahresbericht 2010 mit Arbeitsweise des GIZ**********Jahresbericht 2010 mit Arbeitsweise des GIZ**********Jahresbericht 2010 mit Arbeitsweise des GIZ**********Jahresbericht 2010 mit Arbeitsweise des GIZ**********


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Notfallrelevante Antidota

 

Bei den Antidota wird unterschieden in solche, die für den Notfall relevant und solche, die der Klinik vorbehalten sind. Allen gemeinsam ist eine kritische Abschätzung des Verhältnisses Nutzen zu Risiko vor der Gabe. So ist eine unüberlegte Applikation  von z.B. Naloxon als Antidot bei Opiat-Intoxikationen oder Flumazenil bei der Benzodiazepin-Vergiftung gefährlich. Beiden Antidota ist eine deutlich verkürzte Halbwertzeit gegenüber ihren Wirksubstanzen zu eigen, bei Patienten mit chronischem Abusus kann eine nur schwer zu beherrschende Entzugssymptomatik entstehen und besonders bei Flumazenil besteht die Gefahr einer Einschränkung der Pharmakotherapie bei möglichem Auftreten eines generalisierten Krampfanfalls durch eine herabgesetzte Krampfschwelle bei  Mischintoxikationen mit Alkohol oder Substanzen, die eine anticholinerges Syndrom bewirken können. Bei schwersten Intoxikationen mit Atemdepression sollte eine Intubation mit Beatmung vor einer kontinuierlichen Antidottherapie stehen.

 

Notfallrelevante Antidota mit Indikation, Dosierung und Risiken bei Intoxikation

Substanz

Indikation

Dosierung

Risiko

Flumazenil,

(z.B. Anexate®)

Benzodiazepin-Intoxikation, schwerste Atemdepression, ggf. diagnostisch

0,3 bis 0,6 mg i.v.

HWZ 45 Min., Entzugssymptomatik, kein Schutz vor Krampfanfall

Naloxon

(z.B. Narcanti®)

Schwerste Opiat-Intoxikation mit Depression von Atmung und Herz-Kreislauf, ggf. diagnostisch

0,4 bis 2 mg i.v. oder endotracheal

HWZ 60 Min.,  Entzugssymptomatik

Carbo medicinalis

(z.B. Ultracarbon®)

 

Universaladsorbens

0,25 bis g/kg KG p.o.

s. Tabelle 1

Atropin

Organophosphate

0,5 bis 1 bis 2 mg i.v.

Gabe nach Klinik, CAVE: Darmatonie, Gefahr der Atropin-Intoxikation

Physostigmin

(z.B. Anticholium®)

Anticholinerges Syndrom

2 mg langsam i.v.

nur als ultima ratio verwenden, strenge Indikation bei Patienten mit erhöhtem kardialem Risikoprofil

Biperiden

(z.B. Akineton®)

Extrapyramidale Symptomatik nach Psychopharmaka-Intoxikation

0,04 mg/kg KG langsam i.v., bis zu 4 mal täglich

neurologisches und kardiales Nebenwirkungsprofil

Cortison

Rauchgas

Nur als Lungen-

ödemprophylaxe

umstritten, Benefit in kleineren Studien erwiesen

Ethanol

(z.B. Alkohol 95% Braun® Infusionskonzentrat)

 

Methanol / Ethylenglykol

5-7 mg/kg KG einer 10% Lösung,

eine gute Alternative ist Fomepizol

DMAP (4-Dimethylaminophenol)

(z.B. 4-DMAP Ampullen mit 250mg/5ml)

Cyanide

3-4 mg/kg KG (etwa 250 mg) mit reichlich in die Spritze aspiriertem Blut langsam i.v.

anschließend Natrium-Thiosulfat, bei Kombinationsintoxikation mit Kohlenmonoxid Dosisreduktion, CAVE: Meth-Hb-Spiegel

Natrium-Thiosulfat 10%

(z.B.Natriumthiosulfat 10% Ampullen mit 1g/10ml)

Cyanide, N-Lost, S-Lost

Cyanide: 50-100 mg/kg KG bis insges. zu 500 mg/kg KG bei Wdh., Lost: 100 mg/kg KG i.v. sofort

alleine bei Alkylantien (N-Lost, S-Lost), bei Cyaniden nach DMAP

Hydroxycobalamin

(z.B. Cyanokit® iv 2,5g)

 

Blausäure

70 mg/kg KG i.v. ggf. repititiv

untoxische Metabolisierung des Cyanids

 

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