Jahresbericht 2010 mit Arbeitsweise des GIZ**********Jahresbericht 2010 mit Arbeitsweise des GIZ**********Jahresbericht 2010 mit Arbeitsweise des GIZ**********Jahresbericht 2010 mit Arbeitsweise des GIZ**********Jahresbericht 2010 mit Arbeitsweise des GIZ**********


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VORSICHT:  GEFAHR DER VERWECHSLUNG  VON
Herbstzeitlose und Bärlauch im Frühjahr

Bärlauch wird als Küchenkraut verwendet, die Herbstzeitlose ist giftig.

Die Herbstzeitlose bildet jetzt im Frühjahr oberirdisch ihre Blätter aus, die Blütezeit ist hauptsächlich im Herbst und immer OHNE Blätter. Diese Blätter werden immer wieder mit Bärlauchblättern verwechselt. 

Darum hier die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale:

1. Bärlauch hat einen starken knoblauchartigen Geruch, die Herbstzeitlose ist geruchlos!

2. Die Blätter des Bärlauchs sind gestielt, unterschiedlich hoch, je nach Wachstumsstadium, die Herbstzeitlose sind ungestielt

3. Eine Mittelrippe als Verlängerung der Stiele ist deutlich an der Blatt-Unterseite des Bärlauchs fühlbar

4. Die Blattoberfläche des Bärlauchs ist nicht wachsartig wie bei der Herbstzeitlose.

3. Im unteren Bereich der Blätter von Herbstzeitlosen sitzt versteckt die Frucht, eine 3 teilige Kapsel, mit 3 schwarzen Fädchen an der Spitze.

Im Innern der Kapselteile sind viele kleine Samen. Unreif sind diese weißlich, reif  schwarzbraun gefärbt.

siehe dazu auch die Abbildungen (anklicken zum Vergrößern)!

Blätter des Bärlauch und der Herbstzeitlose im direkten Vergleich

Fotos der Blätter im Vergleich

Blätter: Maiglöckchen

 

Blätter: Herbstzeitlose

Pflanze im Botanischen Garten Mainz

 

Blätter: Bärlauch

Pflanze im Botanischen Garten Mainz

 

Blätter : Allium ursinum

(Stiele unterschiedlich hoch, je nach Wachstumsstadium)

 

 

Blatt des Bärlauch

Colchicum

autumnale: Blüte

 

Fruchtkapsel (uns übersandte Pflanzenteile)

Colchicum - Blatt mit Fruchtkapsel (noch im Anfangsstadium)

3 Teile der Fruchtkapsel mit unreifen weißen Samen (uns übersandte Pflanzenteile)

Fallbeispiel 2009:

Bärlauch-Sammler (70) stirbt an falschen Blättern

"Herbstzeitlose sehen ganz ähnlich aus, sind aber giftig. Ein Sammler aus Neufahrn hat sich mit seiner Frau einen Salat gemacht - und starb im Krankenhaus. Allein in der vergangenen Woche gab es fünf Vergiftungsfälle.

Sie hatten sich einen frischen Salat gemacht. Aus selbst gesammelten Bärlauch-Blättern – so dachte das Ehepaar aus Neufahrn bei Freising zumindest. Er langte beim Essen richtig zu, sie aß ein bisschen weniger. Das rettete ihr das Leben. Denn beim Bärlauch-Sammeln waren die ähnlich aussehenden Blätter der hochgiftigen Herbstzeitlosen dazwischen geraten." (Quelle:http://www.abendzeitung.de/bayern/100935)

 

 

Herbstzeitlose (wissenschaftl.Name: Colchicum autumnale)

 

Synonyma:

Herbstblume, Wiesensafran, Michelwurz, Winterhauch, Nackte Jungfer 

 

Familie:

Liliaceae, Liliengewächse

 

Vorkommen:

Wiesen, Gärten, Auwälder

 

Aussehen: 

Staude, krokusähnliche Blüte, zur Blütezeit (im Herbst) OHNE  Blätter, diese erscheinen erst im Frühjahr /Frühsommer

 

Früchte:

3 teilige, längliche-eiförmige Kapseln mit vielen kleinen schwarzbraunen Samen (ausgereift)

 

Wirksubstanz:

Colchicin  u. strukturell ähnliche Verbindungen(Kapillargift/Mitosehemmer)

 

Menge:

schon bei KLEINSTEN Mengen besteht eine Gefährdung 5g Samen u. 50-60g Blätter werden für Erwachsene als tödlich angegeben.

 

Bemerkung:

Colchicin in allen Pflanzenteilen, besonders hoch im Frühjahr in der Frucht .

 

Gefährdung durch:

gesamte Pflanze

 

Symptome:

Mögliche Latenzzeiten: 2-6 Std., sogar bis zu 12 Std. wurden beobachtet. Zuerst sind Brennen und Kratzen im Mund, Schluckbeschwerden, Durst, Übelkeit, Erbrechen, später akute Gastroenteritis mit starken oft wässrig- schleimigen, teils blutigen Durchfällen charakteristisch. Im weiteren Verlauf kann es dann zu Hypotonie, Temperaturabfall, Kreislaufstörungen bis zum Kreislaufkollaps, Krämpfen, Schock, Atemnot bis zur Atemlähmung, Multiorganversagen und somit zum Tod kommen.

 

Therapie:

Bei begründetem VERDACHT der Einnahme von Pflanzenteilen:

SOFORT KLINIK

 

Primäre Giftentfernung:

Ipecacuanha, bzw. Magenspülung danach: rezidivierend Kohle (falls im ganz frühen Stadium noch keine Durchfälle aufgetreten sein sollten, gegebenenfalls  Diarrhoe )

Monitor-Überwachung:  Ständige Kontrolle der Vitalfunktionen Labor: Blutbild, Gerinnung, Myoglobin-, CK –Wert-, Leber- und Nierenwert-Kontrolle 

Symptomatische differenzierte Behandlung:gegebenenfalls Infusionen mit Elektrolytsubstitution.

Cave: Gefäßschädigung  => Volumenüberladung

Beschreibung eines Todesfalles in: Frohne/Pfänder

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